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Prosecco oder Spumante? Lass den Korken knallen.

Du hast dich sicher schon öfters gefragt, wieso wir bei Supertoscano von Spumante und nicht von Prosecco sprechen. Und was hat es genau mit Flaschengärung auf sich? Gerne lösen wir diese Begriffe hier auf.


 

Schaumweine sind hoch im Kurs. Auch in Italien und auch in der Toskana. Sie stehen für Lebensfreude, Eleganz und besondere Momente. Gleichzeitig ist die Welt der prickelnden Weine sehr vielfältig. Unterschiedliche Herkunftsregionen, Rebsorten, verschiedene Herstellungsverfahren und Reifezeiten prägen den Stil, die Qualität und den Geschmack.

 

Doch was ist ein Schaumwein?

Schaumwein ist ein Wein, der gelöstes Kohlendioxid (CO₂) enthält und dadurch beim Öffnen und Einschenken Perlen bildet. Dieses CO₂ kann natürlich durch eine zweite Gärung (im Tank oder in der Flasche) entstehen. Oder auch künstlich durch Zusatz von Kohlensäure, also salopp gesagt durch das «Soda-Stream-Prinzip». Je nach Methode unterscheiden sich Druck, Perlage, Aromatik und Qualität deutlich.


Was für Schaumweintypen gibt es?

Viele hochwertige Schaumweine sind durch geschützte Ursprungsbezeichnungen (AOP, DOC/DOCG, DOP) streng geregelt. Diese legen unter anderem Herkunft, erlaubte Rebsorten, Herstellungsverfahren und Reifezeit fest.

 

Hier eine kleine Übersicht mit den wichtigsten Typen von Schaumwein:

Schaumweintyp

Herkunft

Herstellungs-verfahren

Typische Merkmale

Champagner

Frankreich (Champagne)

Traditionelle Flaschengärung

Feinperlig, komplex, Brioche- und Hefenoten

Crémant

Frankreich (ausser Champagne), Luxemburg

Traditionelle Flaschengärung

Elegant, etwas fruchtiger als Champagner

Sekt

Deutschland, Österreich

Flaschen- oder Tankgärung

Grosse Bandbreite von einfach bis hochwertig

Winzersekt

Deutschland, Österreich

Traditionelle Flaschengärung aus eigenen Trauben

Terroirgeprägt, handwerklich

Cava

Spanien (v. a. Katalonien)

Traditionelle Flaschengärung

Trocken, Apfel- und Zitrusaromen

Prosecco

Italien (Venetien, Friaul)

Tankgärung (Charmat-Methode)

Frisch und fruchtig, wenig Hefenoten

Spumante

Italien

Meist Tankgärung, aber auch Flaschengärung

Voll schäumend, vielseitig

Frizzante

Italien

Tankgärung oder zugesetzte Kohlensäure

Leicht perlend, unkompliziert

Asti (Spumante)

Italien (Piemont)

Tankgärung, früh gestoppt

Süss, aromatisch, niedriger Alkohol

Pet Nat (Pét-Nat)

International

Eine Gärung, Abfüllung vor Gärende

Naturtrüb, spontan, rustikal

Franciacorta

Italien (Lombardei)

Traditionelle Flaschengärung

Sehr feinperlig, elegant, oft cremig

Trentodoc

Italien (Trentino)

Traditionelle Flaschengärung

Frisch, mineralisch, alpine Stilistik

Cap Classique

Südafrika

Traditionelle Flaschengärung

Strukturreich, oft reifere Frucht

 

Da unsere Schaumweine aus der Toskana stammen, reden wir nicht von Prosecco. Prosecco kommt aus einem definierten Gebiet in Norditalien. Aber nicht nur das Gebiet, sondern auch das Herstellungsverfahren hat einen grossen Einfluss auf den Geschmack, die Aromen und die Qualität.

 

Welche Herstellungsverfahren gibt es?


Flaschengärung (klassische Methode)

  • Zweite Gärung findet in der Flasche statt

  • Feinperlige Kohlensäure

  • Mehr Komplexität und längere Haltbarkeit

  • Hefelager bringt Aromen von Brioche, Toast, Nüssen

  • Sehr aufwendig (Rütteln, Degorgieren)


Tankgärung (Charmat-Methode)

  • Zweite Gärung findet im Drucktank statt

  • Frische, fruchtige Aromen

  • Grobere Perlage

  • Weniger komplex, dafür zugänglich und preiswerter


Imprägnierverfahren (salopp wie «Soda-Stream»)

  • CO₂ wird künstlich zugesetzt

  • Grobe Perlage, einfache Aromatik

  • Geringe Qualität, kurze Haltbarkeit, tiefer Preis


Je nach Herstellungsverfahren entstehen völlig unterschiedliche Aromen. Während die Flaschengärung viel Zeit und Handarbeit erfordert, ist das Imprägnierverfahren technisch einfach.


Was heisst Brut?

Du hast sicher auch schon den Begriff «Brut» gehört. Oder Zero Dosage. Es gibt verschiedene Geschmacksstufen. Der Zuckergehalt (Restzucker) im Wein definiert diese Stufen.

  • Brut Nature / Zero Dosage: 0–3 g/l

  • Extra Brut: 0–6 g/l

  • Brut: 0–12 g/l

  • Extra Dry: 12–17 g/l

  • Dry: 17–32 g/l

  • Demi-Sec: 32–50 g/l

  • Doux (mild): über 50 g/l


Wenn man von einem trockenen Wein spricht, dann bezieht sich dies auf den Zuckergehalt.


Was ist Degorgieren?

Und weil du schon mitten im Thema drin bist, erklären wir dir hier auch noch kurz, was mit Degorgieren gemeint ist. Beim Degorgieren wird der Hefesatz aus der Flasche entfernt. Dieser hat sich nach der zweiten Gärung im Flaschenhals gesammelt. Anschliessend wird die Flasche mit der Dosage (Wein + evtl. Zucker) aufgefüllt und endgültig verkorkt.


Nun bist du sattelfest in diesem Thema. Also bereit eine Flasche zu öffnen. Aber wie öffnet man eine Schaumweinflasche richtig?


⚠️ Eine Schaumweinflasche hat mehr Druck als ein Autopneu. Sicherheit geht also vor:

  1. Drahtkorb (Agraffe) lösen, aber Korken immer festhalten

  2. Flasche auf ca. 45 Grad neigen

  3. Korken festhalten und nun die Flasche drehen – nicht den Korken

  4. Korken langsam entweichen lassen (leises Zischen, kein Knall)

  5. Schaumwein ins Glas einschenken und geniessen. Salute!

 

Fazit

Die Welt der Schaumweine ist vielfältig, spannend und weit mehr als nur festlicher Begleiter. Wer Herkunft, Methode und Stil kennt, entdeckt hinter den feinen Perlen eine faszinierende Tiefe. Schaumweine können zu jeglichen Speisen genossen werden. Die Intensität, Struktur, Säure und vor allem Dosage (Süsse) sind ausschlaggebend für die Pairing-Möglichkeiten.


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